Fronleichnam ist das Fest der Eucharistie. Im Mittelpunkt der Prozession, die heute in unserem Dorf abgehalten wird, steht ein kleines Stückchen Brot, die weiße Hostie, die in der Monstranz durch die Straßen getragen wird. Was dieses Brot bedeutet, das hat Jesus damals zum ersten Mal, im „großen Raum im Obergeschoß“ gesagt, als er – nach jüdischem Brauch – ungesäuertes Brot in seine Hände nahm, darüber das Lobgebet sprach, es brach und austeilte, wobei er sagte: „Nehmt, das ist mein Leib“.

Fronleichnam heißt „Leib des Herrn“. Damals im Obergeschoss in Jerusalem geschah dies zum ersten Mal: Brot wurde zum „Fronleichnam“, zum Leib des Herrn. Seither geschieht das jedes Mal, wenn irgendwo auf Erden die Messe gefeiert wird, wenn wieder die Worte Jesu vom Priester über das Brot gesprochen werden: „Das ist mein Leib“.

Am Sonntag, 19. Juni, wird das besonders gefeiert, festlich, mit Umzug, Gebet, Musik, und Blumen, und mitten in dem ganzen Fest das kleine weiße Stück Brot: „Das ist mein Leib“. Kein bloßes Erinnerungsstück, sondern Jesus selber, in der unscheinbaren Gestalt des Brotes.

Von Franz von Assisi, der maßgeblich die eucharistische Verehrung forderte, stammt das Wort: „In den kleinsten Dingen ist Gott am größten“. Das ist die Botschaft des Tages, wenn das gebrochene Brot durch die Straßen unseres Dorfes getragen wird. Keine Machtdemonstration, eher das Gegenteil: Im Kleinsten, in einem Stückchen Brot, ist Gott am größten. Hier kommt seine Demut am meisten zum Ausdruck. Wie anders könnten wir ihm heute antworten, als niederzuknien vor Gott und mit Thomas von Aquin zu beten: »Gott ist nah in diesem Zeichen: kniet hin und betet an. “

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