Das Fest, das wir am 2. Februar im Volksmund als „Lichtmess“ feiern, heißt offiziell „Darstellung des Herrn“ und geht auf die jüdische Tradition (Lev. 12, 1-8) zurück, dass Eltern nach Geburt eines Kindes, 40 Tage bei einem Buben, 80 nach der Geburt eines Mädchens, im Tempel von Jerusalem ein Reinigungsopfer darbringen mussten. Daher rührt auch die alte Bezeichnung: „Reinigung (lat. Purificatio) Mariens“. Rechnet man vom 25. Dezember weg, so fällt dieser Tag auf den 2. Februar. 

Nach Ansicht des Judentums war ein erstgeborener Sohn Eigentum Gottes und musste durch dieses Opfer ausgelöst/“dargebracht“ werden. Dazu wurde Jesus vor Gott „dargestellt“. Daraus ergibt sich die im Liturgiekalender verwendete Bezeichnung: „Fest der Darstellung/Darbringung des Herrn im Tempel“.

Der christliche Osten feiert an diesem Festtag die Begegnung des Messias mit dem Gottesvolk des Alten Bundes. Der Westen schaut vor allem auf Maria. Seit der Liturgiereform wird dieser Tag als „Fest des Herrn“ gefeiert. Und Hl. Papst Johannes Paul II. hat 1997 das Fest zum „Tag des geweihten Lebens“ erklärt. Im Fokus stehen die Charismen jener Männer und Frauen, die sich in besonderer Weise dem Herrn in einem Orden, in einer geistlichen Gemeinschaft und in einem geistlichen Dienst zur Verfügung stellen.

Im Tagesevangelium geschieht das faszinierende, dass die beiden alten Menschen Simeon und Hanna, die mit Ausdauer auf den Retter warteten, in Jesus den Erlöser sehen. Im Nachtgebet der Kirche heißt es täglich mit Simeons Worten: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“  (Lukas 2,29-32).

Simeons und Hannas Weisheit beeindrucken mich und ihre große Geduld und das Vertrauen in Gott, dass sie am Ende ihres Lebens Gott in einem Licht sehen. Darauf fußt der Brauch, an diesem Fest die Kerzen für das Jahr zu segnen. In unserer Pfarrei bringen auch Gläubige ihre Kerzen mit und lassen sie segnen. Im Volksglauben besitzen die „Lichtmess-Kerzen“ eine besondere Fürbittkraft in schwierigen Situationen. 

Das heutige Fest der Darstellung Jesu im Tempel lenkt also unseren Blick ganz stark hin auf Jesus Christus. Es soll uns ein Licht aufgehen: Er ist das Vorbild unseres Lebens, er ist der Weg hin zu Gott. Von daher gehört Jesus auch in unserem Leben dazu. Wer mit Jesus lebt, der wird versuchen, wie er zu leben.

Dazu möge er uns einen Segen geben, das heißt: Er selbst möge uns Gott anvertrauen, so wie Maria und Josef ihn Gott anvertraut haben. Er ist zum Segen und zum Licht geworden, uns dürfen wir das auch wünschen, dass wir selbst zum Segen und zum Licht für andere werden. Er soll unsere Schritte auf seinen Wegen, den Segenswegen lenken.