Im Juni wird Jesus Christus besonders unter dem Gesichtspunkt seiner durch sein Herz verehrt. Nach dem Johannes-Evangelium ist die geöffnete Seite Jesu der Ursprung der Sakramente der Kirche. „… einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus…“ (vgl. Johannes 19,34 bzw. 7,37).

Ausgehend von dieser Vorstellung formte sich bis zum Mittelalter die Herz-Jesu-Frömmigkeit aus. Die Beziehung zwischen Gott und den Menschen spricht nicht in erster Linie den Kopf an, sie ist nicht nur mit Vernunftgründen zu fassen. Sie beginnt im Herzen zu wachsen, dort werden Menschen getroffen von der göttlichen Liebe, und nur so können sie selbst zu Liebenden werden. Es ist Herzenssache, Christus, dem auferstandenen Herrn, zu begegnen, sich anrühren zu lassen von seiner Botschaft, sich ergreifen zu lassen von seiner Liebe.

Christus, den auferstandenen Herrn, im eigenen Alltag zu finden, ist möglich. Wer sich „Herz über Kopf“ in dieses Abenteuer stürzt, der kann Ihn erkennen; Ihn, der verborgen und unerkannt mitten unter uns Menschen lebt. Ihn, der uns sein Herz schenkt, damit wir ihn erkennen und uns von seinem Evangelium immer neu anrühren lassen.

Das Herz-Jesu-Fest, das die Kirche am zweiten Freitag  nach Fronleichnam feiert, kann Jahr für Jahr wieder eine Erinnerung sein, sich nicht nur auf den Kopf zu verlassen, sondern auch auf das Herz zu hören.