Am 15. August feiert die Kirche das älteste Marienfest, das Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ oder wie es im Volksmund immer noch heißt: Mariä Himmelfahrt. Gott hat Maria berufen, die Mutter seines Sohnes zu sein. Indem sie diese Berufung annimmt und sie in tiefem Glauben und inniger Gottverbundenheit lebt, reift ihr Leben zur höchsten Vollendung. Am Fest Mariä Aufnahme in den Himmel geht es um den Glauben, den wir im Glaubensbekenntnis beten: „Ich glaube an die Auferstehung der Toten und an das ewige Leben“. Wir feiern also, dass unser Leben nicht im Nebulosen endet, sondern eine Zukunft hat.

Zum Fest Aufnahme Mariens in den Himmel gehört für viele von uns bis heute die Kräuterweihe. Warum ist das so? Dieser alte Brauch geht auf die Legende zurück: Die Apostel hätten das Grab der Gottesmutter besucht, es sei offen gewesen, und anstelle ihres Leichnams fanden sie darin duftende Kräuter und Blumen. Maria ist verduftet. Sie ist nicht mehr da, doch bleibt sie uns nahe. Sie ist unter uns lebendig durch ihren Duft, den sie zurückgelassen hat: ihren Glauben, ihre Liebe, ihre Hoffnung, ihre Treue.

Sie sind eingeladen, in den Gottesdiensten am 14. um 09.30 Uhr und 15. August um 18. 30 Uhr einen Kräuterstrauß zur Segnung mitzubringen. Die geweihten Sträuße werden dann auf dem Dachboden aufgehängt und sollen gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen, oft werden zerriebene Blätter davon kranken Tieren ins Futter gemischt.

Vielleicht haben Sie ja Gelegenheit, bei einem erholsamen Spaziergang die Kräuter selbst zu pflücken. Pflanzen, Bäume und Blumen wurden bereits in der Bibel mit dem Schöpfergott in Verbindung gebracht, da man sie als Ausdruck seines umfassenden Heilswillens verstand. Maria möge uns helfen unser ewiges Heil zu finden.