Bald ist es wieder soweit: Pfingsten steht vor der Tür. Im Evangelium lesen wir:  Die Jünger Jesu versteckten sich in Angst hinter verschlossenen Türen. Sie schlossen den Rest der Welt aus, die feindlich, verfolgend und erschreckend war. Sie fühlten sich besser zusammengedrängt, isoliert und planten, was als nächstes zu tun war und wohin sie gehen sollten.

Und dann Überraschung! In ihre Isolation kommt Jesus. Durch verschlossene Türen geht er. Ihre Reaktion muss eine Überraschung gewesen sein, dann Freude, als sie erkannten, wer es war. Jesus fordert sie auf, aus ihrer Isolation und Angst herauszukommen und die gute Nachricht zu verkünden. Ihr seid die Träger des Evangeliums, die Verkünder des Heils und der Vergebung. Du musst gehen, du hast eine Mission.

Aber die Jünger Jesu haben Angst und sind sich unsicher, so dass Jesus ihnen den Heiligen Geist verspricht, weil der Geist sie befähigen wird, das zu tun, was sie selbst nicht tun können. Doch am Pfingsttag werden sie plötzlich vom Heiligen Geist erfüllt und können ihre Botschaft von Jesus Menschen von überall her verständlich machen.

Wir leben in einer grei­fen­den geis­ti­gen und geist­li­chen Ver­ar­mung unserer Welt. Ja, es ist not­wen­dig, dass wir es zulas­sen, dass der Geist Got­tes in unse­rer Gesellschaft Wie­der­bele­bungs­ver­su­che machen kann. Ich bin näm­lich der Meinung, noch nie haben wir so deut­lich gespürt wie heu­te, dass der Geist Gottes der ein­zi­ge und der letz­te Adres­sat ist, dem wir die Ängs­te der Menschheit anver­trau­en kön­nen – einer Mensch­heit, die fähig ist, das Ant­litz der Erde zu zer­stö­ren, die aber eben­so die Mög­lich­keit besitzt, das Ant­litz der Erde mit neu­em Glanz zu ver­se­hen.

Wenn wir den Heiligen Geist in unser Herz hineinlassen, dann kann ein neues Pfingsten geschehen. Er verbindet uns, er schenkt uns Mut und Kraft, die Botschaft der Liebe weiterzutragen. Gottes Geist will in uns wirken, uns bewegen und uns miteinander verbinden.

Die Tage vor Pfingsten können wir nutzen, uns selbst einmal zu fragen: Wo brauche ich Mut und Kraft? Wo sollte ich mich mal wieder aufrütteln lassen? In unserer Pfarrei hat wieder dieses Jahr  Pfingstnovenen (neun Tage vor Pfingsten).  Die Pfingstnovene wird in der Regel vom Freitag nach Christi Himmelfahrt (15. Mai) bis zum Samstag vor Pfingsten (23. Mai)gebetet. Bitten wir um seine Kraft und seine Zärtlichkeit, damit wir mit seiner Hilfe unseren täglichen Weg gehen können bis zur Vollendung in seinem Reich. Herzliche Einladung zum Mitbeten der Pfingstnovene.