Der Oktober gilt seit dem Mittelalter als Rosenkranzmonat und ist – wie der Mai – als Marienmonat der Gottesmutter geweiht. Heutzutage können viele Menschen mit dem Rosenkranzgebet leider nichts mehr anfangen. Und auch in unserem Kopf steckt das Bild vom Rosenkranz als langes und langweiliges Gebet, dass heruntergeleiert werden muss. Aber es wird oft vergessen, dass mein persönliches Gebet davon abhängt, wie ich selbst bete und vor allem, ob ich mit dem Herzen bete.

Neulich habe ich einen Satz gelesen: „Der Glaube lebt nur, solange er betet. Nicht deshalb, weil wir nicht mehr glauben können, beten wir nicht mehr: weil wir nicht mehr beten können, glauben wir nicht mehr und können nicht mehr die Erfahrung machen, dass der Glaube Wunder tut“. Maria als Vorbild im Glauben, im Vertrauen und in der Offenheit für das Handeln Gottes ist gleichsam ein Sinnbild für das Beten des Rosenkranzes: Nämlich das offene Hinhalten meiner Seele vor Gott. Das ist es, was ich beim Beten des Rosenkranzes einübe. Mit Maria zu Gott.

Ein Mann fragte im mittlerweile Verstorbenen Kardinal Meisner einmal nach der Bedeutung des Rosenkranzes. Der Kardinal antworte: „Der Rosenkranz beginnt mit dem Kreuz. Daran beten wir das Glaubensbekenntnis. Das ist unsere ganze Glaubenslehre. Dann kommen die ersten drei kleinen Perlen: Glaube, Hoffnung und Liebe. Das ist unsere Lebenslehre. Und dann sind gleichsam in Geheimschrift die Geheimnisse der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus aufgefädelt im freudenreichen Rosenkranz, dann die Geheimnisse der bedeutende Momente des öffentlichen Lebens und Wirken Jesus im lichtreichen Rosenkranz, dann die Geheimnisse seiner Passion im schmerzhaften Rosenkranz und schließlich die Geheimnisse seiner Vollendung im glorreichen Rosenkranz.“ Daraufhin nahm der Mann den Rosenkranz in seine Hand und sagte: „Dann habe ich in einer einzigen Hand den ganzen Glauben“

In diesem Sinne möchten wir Sie herzlich zu den Rosenkranzgebeten einladen, die in unserer Pfarrei jeden Tag um 18.00 Uhr stattfinden. Wir möchten Sie aber auch ermutigen, beim persönlichen Gebet diese Gebetskette durch Ihre Finger gleiten zu lassen – betend und betrachtend. Das Gebet ist der Anfang und die Quelle aller nachhaltigen Erneuerung unserer Kirche.