Wir wissen sicher alle, was ein Logo ist (Firmenzeichen, Markenzeichen, Emblem). Logos gibt es heute überall. Auch im religiösen Bereich kennt man sie. Die Juden haben den Stern, der Islam den Halbmond, der Buddhismus den mit überschlagenen Beinen dasitzenden, meditierenden Buddha. Das Logo des christlichen Glaubens ist das Kreuz, vielleicht das genialste, das es je gegeben hat. Für die ersten Christen war das Kreuz kein Symbol, das sie sich an die Wände hängten. Sie nutzten viel eher den Fisch, dessen griechische Buchstaben zugleich die Anfangsbuchstaben des urchristlichen Bekenntnisses sind: „Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Retter der Welt.“

Das Fest Kreuzerhöhung stammt ursprünglich aus Jerusalem. Dort hatte Kaiser Konstantin über dem Grab Jesu die Grabeskirche gebaut. Deren Kirchweihe wurde mit einer eigenen Oktav gefeiert, in die das Fest der Kreuzerhöhung fiel. Zugleich erinnerte man daran, dass Kaiserin Helena das verloren gegangene Kreuz Jesu Christi wiedergefunden haben will. Am Fest selbst hat man dessen Verehrung ermöglicht.

Hier kommt wahrscheinlich die Frage: Welchen Sinn hat es, das „Kreuz“ zu „erhöhen“?  Ist es nicht vielleicht anstössig, ein entehrendes Instrument der Hinrichtung zu verehren? Apostel Pauls schreibt: Für uns Christen ist das Kreuz nicht nur das Folterinstrument, an dem Jesus gestorben ist und nach ihm noch viele andere, sondern eben durch Tod und Auferstehung wurde das Kreuz für uns zum Siegeszeichen (1 Kor 1, 18).

In jedem Jahr am 14 September holt das Fest der Kreuzerhöhung diese bewusste Verehrung des Kreuzes und dessen, der am Kreuz hing, in das Kirchenjahr hinein. Die Präfation des Tages – der Text, der vor dem Gesang des „Sanctus“ gebetet wird – greift die Theologie des Kreuzes auf: „Vom Baum des Paradieses kam der Tod, vom Baum des Kreuzes erstand das Leben. Der Feind, der am Holz gesiegt hat, wurde auch am Holze besiegt durch unseren Herrn Jesus Christus.

Am Fest der Kreuzerhöhung dürfen auch wir das Kreuz in unserem Leben erhöhen. Fragen, wo wir mit Kreuzen in Berührung kommen – bewusst und unbewusst. Nehmen wir den Skandal noch wahr? Nehmen wir noch wahr, dass Gott an diesem Kreuz den Tod besiegt hat? Nehmen wir noch wahr, dass an diesem Kreuz Gott – unsterblich von Beginn der Welt an – freiwillig starb, um die Menschen zu retten?

Kreuzerhöhung ist nicht nur ein Fest, das an Vergangenes erinnert. Kreuzerhöhung ist ein Fest, dass uns mahnt und uns aufruft, Ostern, der Auferstehung, dem Leben den Weg zu bereiten und so Gott und den Menschen zu dienen. Wir müssen nicht gleich so vollkommen werden wie Mutter Teresa, die aufgrund des Kreuzes zu den Ärmsten der Armen ging und ihr ganzes Leben für diese Menschen aufopferte. Es gibt auch im alltäglichen Leben, jedem von uns Gelegenheiten genug, unsere Hilfe anzubieten. Genau davor nicht die Augen zu verschließen sondern helfen.